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Kitsch und Avantgarde

Daniel Kehlmann hielt heute, bei der Eröffung der Salzburger Festspiele, die Festrede unter dem Titel „Die Lichtprobe“, in welcher er, aus sehr persönlichen Erfahrungen gespeist, das sogenannte „deutsche Regietheater“ entschieden als längst und im schlechtesten Wortsinne konventionell angreift.

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Haxen

Skizzen zu Luzerner Theatererlebnissen 2005. Als Luzern-Tourist, der man ja bleibt, auch wenn man sich oft aufhält und wohlfühlt in dieser, für Kleinstädte untypischen, sehr offenen Stadt am Vierwaldstätter-See, heißt auch: an dessen Ausfluss, der Reuss, naturgemäß auch Kulturtourist, etwa beim Lucerne-Festival. Übers Jahr bleibt einem solchen vor allem, ins Theater zu gehen.

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Was für ein Volkstheater
gebraucht wird

„Ein kaum mehr für möglich gehaltener Erfolg“ schreibt ein Kritiker, der das Volkstheater in Wien seit Monaten tot redet, über die Premiere von ‹Mozarts Vision›, und es fällt ihm wieder ein, dass es ein „Uraufführungshaus“ ist, und man muss darob dankbar sein, auch wenn ers halb zurück nimmt als „in Ehren ermüdet“. Und es spricht für seinen Wirklichkeitssinn, dass er weiß, dass es ein Erfolg ist, wenns ihm gefällt.

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Ende der Bescheidenheit

Auch eine forcierte Ästhetik des Neuen, die in vagen Formulierungen als zentrale Aufgabe der freien Theaterszene offenbar vorgeschlagen wird, beschreibt nicht ausreichend deren Sinn und Möglichkeiten, zumal solche Ästhetik auf der Ebene des Modischen (so, dass die Modereporter des Feuilletons damit nicht überfordert sind) längst allüberall, in Staats-, Stadt-, Burg- und Landestheatern, auf Festwochen und Festspielen als fernes Wehen von Provokationen der siebziger und achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts dargebracht wird, um in erster Linie die Bedeutung von Regisseuren auszuarbeiten, die versuchen, sich auf einem Regisseurs-Markt zu behaupten, der das Junge, das Wilde und das Geniale fordert. Womit selbstverständlich nur das aufgeplustert Mittelmäßige gefeiert wird, das leere Geräusch als Reiz, Schauspieler- und Publikumsverachtung als einsam Künstlererisches und damit ein ermatteter Blick auf die Welt, die so im Theater nicht mehr sichtbar wird.

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